Aufruf: Staat, Nation, Patriarchat – Scheiße!

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via indymedia

Bockwurstparty in Dresden zum Desaster machen!

feminism

Deutschland – ein Land wie kein anderes – ab dem 1.1.2016 waren alle Menschen in Deutschland Feminist_innen: Heiko Maas, die Nazis in Sachsen und außerhalb, Frauke Petry und vermutlich auch die völkisch-christlichen Fundamentalist_innen, die man ansonsten auf der Demo für alle gegen Genderwahn marschieren sieht. Die deutsche Gesellschaft – geeint im Feminismus, denn: man wähnt die weiße, deutsche Frau in Gefahr. Was auf den 1.1. folgte, war eine Sexualrechtsverschärfung, ein Anliegen, wofür viele Feminist_innen jahrelang erfolglos gekämpft hatten. Ihrer Forderung wurde erst nachgegangen, als man die Möglichkeit sah, es mit einer gehörigen Portion Rassismus zu versehen. Kein Wunder daher auch, dass das „Nein“ bei Gina-Lisa Lohfink nicht gezählt hat: die Täter waren weiße Deutsche.

2016, ein Jahr des reaktionär-bürgerlichen Feminismus. Während die feministische Gesellschaftskritik von radikal linker Seite sich aus ihrer marginalen Position nicht befreien konnte, wurden rassistische Ausschlüsse unter vermeintlich feministischem Label per Gesetz durchgedrückt. Das passiert, wenn Feminismus nicht antirassistisch und antinational gedacht wird. Staatliche Regulierungen, unweigerlich verbunden mit strukturellem Rassimus und partriarchaler Ordnung, können keine Ansatzpunkte für einen emanzipatorischen Feminismus sein. Deswegen haben wir nichts zu feiern, wenn Deutschland zum vermeintlichen Schutz von Frauen* Asylgesetze verschärft und den völkischen Konsens damit befeuert. Der feministische Kampf als Projekt der radikalen Linken muss immer auch antinational sein.

Dieses Jahr feiert sich Deutschland am 3.Oktober in Dresden. Die Hauptstadt des Bundeslandes, das für rassistische Angriffe, Pegida, Brandanschläge und als Kernland des neu erstarkten deutschen Nationalismus bekannt ist. Beispeilhaft mit Tatjana Festerling, Frontfrau der Vereinigung „Festung Europa“ und Gründungsmitglied von Pegida, die neben der „Angst vor der Islamisierung des Abendlandes“ gleichzeitig immer wieder die „Angst vor Genderisierung“ predigt. Auch für die rassistische Antifeministin Birgit Kelle werden in der örtlichen Universität die Türen geöffnet. Pegida und Co. sind nicht nur Vertreter*innen des völkischen und nationalen Konsens, sondern gleichzeitig eines reaktionären Geschlechterrollenbildes, welches elementar für den derzeitigen rechten Rollback ist. Denn einher mit dem Gedanken eines „deuschen Volkes“ geht die Frage nach dessen Reproduktion. Frauen*körper werden als Eigentum der Nation betrachtet und haben somit die Pflicht, dieses zu erhalten. Deswegen empört sich der weiße Volksmob, wenn vermeintlich „Fremde“ weiße deutsche Frauen* angreifen, aber schweigt, wenn dies auf dem Oktoberfest passiert. Dort gehört es anscheinend zum guten Ton und solle doch nicht dramatisiert werden.

Wenn Deutschland sich also dieses Jahr in Dresden selbst feiert, werden wir uns entschlossen dagegen stellen! Wir haben keinen Bock auf eure german boy Party! Wir lassen uns nicht vorschreiben, wen wir lieben, wer wir sind oder wie wir Kinder kriegen! Unsere Körper sind nicht die Brutstätte eures „Volkes“ und eurer Nation! My body my choice – raise your voice! Deshalb kommt alle am 02.Oktober zur Demonstration „Solidarity without limits – Nationalismus ist keine Alternative“. Der erste Block wird ein FLTI* Block sein! Und bleibt bis zum 03. Oktober um Kaltland an diesem Tag das Fest zu vermiesen!

Staat, Nation, Patriarchat – Scheiße!
 
Bockwurstparty zum Desaster machen!
 
Alerta, alerta, antisexista!

Termine:

02. Oktober 16 Uhr Demonstration „Solidarity without limits – Nationalimus ist keine Alternative“
03. Oktober: Kundgebung zum Gedenken an das Bootsunglück vor Lampedusa
03. Oktober: dezentrale Aktionen auf dem Fest: Kaltlandparty crashen!

 

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