Blockade auf Augustusbrücke

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Rund 40 Aktivist*innen blockierten heute die Augustusbrücke um auf die menschenverachtende Asylpolitik Deutschlands und der EU aufmerksam zu machen. Dabei verteilten sie folgenden Flyer:

>> miteinander/füreinander/zueinander Brücken bauen<<

(Motto der Einheitsfeierlichkeiten zum 03. Oktober 2016 in Dresden)


Warum es hier gerade nicht weiter geht

Brücken verbinden verschiedene Ufer, die ohne diese nur schwer oder gar nicht erreichbar wären und bieten somit die Möglichkeit für verschieden Menschen miteinander in Kontakt zu kommen, sich auszutauschen und voneinander zu lernen.

Wir sind heute hier, weil wir genau dies in der Politik Deutschlands und der Geisteshaltung vieler hier lebender Menschen nicht erkennen können und auf diesen Missstand aufmerksam machen wollen.

Der sächsische Ministerpräsident Stanislav Tillich wirbt in seinem Grußwort anlässlich der hiesigen Feierlichkeiten für „…Brücken zwischen [..] Heimat und Welt,[..] Alteingesessenen und noch Fremden…“. Jedoch existieren keinerlei Wege für eben jene „Fremden“ aus der weiten Welt um Europa und Deutschland auf sicherem Wege zu erreichen, also Brücken zu beschreiten. Im Gegenteil: Flüchtende und Menschen welche für Deutschland keinen wirtschaftlichen Mehrwert erzielen, sind hier unerwünscht. Ein starker Rechtsruck ist zu beobachten, Deutschland schottet sich und Europa nach außen hin ab und baut Europa zur Festung aus. So sind Menschen auf der Flucht gezwungen, den gefährlichen Weg über das Mittelmeer anzutreten, um Europa zu erreichen, in der Hoffnung dort Sicherheit zu finden. So begehen wir heute den 3. Jahrestag des Unglücks von Lampedusa bei dem dem ca. 390 Menschen ertranken beim Versuch nach Europa zu flüchten; weil es keine „Brücke“ nach Europa gibt.

Schaffen es Flüchtende Deutschland zu erreichen, sind sie konfrontiert mit Ablehnung und Diskriminierung durch staatliche Institutionen und einen großen Teil der Bevölkerung. Sie sind bedroht von rassistischen Übergriffen, werden in menschenunwürdigen Unterkünften zusammengepfercht und müssen eine plötzliche Abschiebung fürchten. Ausgrenzung ist die Ablehnung von Brücken zwischen Menschen.

Wir können nicht erkennen, dass es in Deutschland den Willen zum Brücken bauen gibt. Flüchtende werden abgeschoben, Arbeitslose auf Ämtern schikaniert, nicht-Heterosexuelle werden in ihrer Familienplanung eingeschränkt. Dies sind nur einige Beispiele von Ausgrenzungsformen, die den Austausch zwischen Menschen verhindern. Dafür setzt Deutschland auch schon mal Menschenleben aufs Spiel. Deshalb gibt es keinen Grund an diesem Wochenende eingebildete Brücken zu feiern. Diese Realität wollen wir mit dieser Aktion spiegeln und offensichtlich machen.

Für legale Fluchtrouten nach Europa, Bewegungsfreiheit, Selbstbestimmung und einen würdigen Umgang mit allen Menschen!

 

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